Nicht schlecht! Normalerweise hat, was den Fußball selbst und auch die Sticker angeht, in München leider ja der FC Bayern die Nase vorn. Ich mache keinen Hehl daraus, dass da schon einige Perlen drunter sind, bei dem was die Schickeria so fabriziert. Dieser Konter ist aber wirklich nicht schlecht.

Die Idee, mit seinen Stickern nur bestimmte andere zu überkleben, ist nicht neu. Die Jusos haben davon einige („Hier wurde ein Nazi-Sticker überklebt“). Trotzdem finde ich das in diesem Fußball-Kontext echt gut. Und vor allem gut gemacht.

Der leichte Graffiti-Style, dazu alles in einem sachten blau gehalten – ohne auch nur ein Logo oder sonstwas zu sehen weiß man, dass hier die 60er am Werk waren. Und vor allem: endlich mal ohne diese Cosa-Nostra-Nazi-Verherrlichung. Das macht das ganze sehr sympathisch.

Für alle Nicht-Münchner. Der Kopf da mit dem blau-weißen-Schal ist anscheinend der Monaco-Franze. Dabei handelt es sich um eine Fernsehserie aus den 80ern, in dem es um eben diesen Franze geht – den „ewigen Stenz“ wie der Untertitel besagt. Ich hab auch erstmal blöd geguckt als ich mitbekommen habe, wie heldenhaft der Typ hier verehrt wird. Aber gut. So sind sie halt die Münchner. Wer mehr dazu wissen will: Wikipedia und Youtube helfen.

Reclaim your city!

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So. Nachdem Hansa und St. Pauli nun ja wieder in verschiedenen Klassen spielen werden, kann ich meine leichte Sympathie zum Kiezverein wieder zur Schau stellen. Auch wenn die Braunen durch ihre Marketingaktionen, und die USP durch ihr faschistoides Verhalten, schon ein wenig gelitten haben in meinem Ansehen. Aber egal.

Dafür jetzt hier der Sticker-Klassiker schlecht hin. St. Pauli-Fans gegen Rechts! mit der hakenkreuzzerstörenden Faust, welche vom Logo ausgeht. Wie gerne würde ich so einen Sticker mal von Hansa sehen…

Kleiner Schrifttypen-Exkurs: Dass das Wort „Rechts“ in einer gebrochenen (Fraktur, manchen sagen auch altdeutsche) Schrift gesetzt wurde ist an sich ein Fehler. Denn diese gebrochenen Schriften stehen eigentlich typisch für die Zeit vor dem Nationalsozialismus – für die deutsche Monarchie- und Kaiserzeit etc. Hitler und Konsorten waren eigentlich darauf aus, diesen Schrifttypen nicht zu benutzen, da sie zu sehr an eben diese wilhelminische Ära erinnern. Laut Wikipedia wurde der Duden 1941 letztmalig in Fraktur herausgegeben – nach einem Erlass Bormanns ab sofort die Antiqua als Normalschrift einzusetzen. Warum nun so viele Faschos und rechte diese, von Hitler als „Judenschrift“ bezeichnete, Schriftart benutzen ist für mich absolut unerklärlich. Aber die Nazis spinnen ja eh alle. Naja. Auf jeden Fall hat es sich in unserer Zeit, durch die Fehler der neuen Nazis, durchgesetzt, dass viele die gebrochenen, altdeutschen Schriften mit dem Nationalsozialismus verbinden. FAIL!

Reclaim your city!

Luxus Depression

19/05/2010

Ich muss ja zugeben, dass mir München schon ein bisschen fehlen wird. Auch wegen dem Glockenbachviertel, wo es neben guten Kneipen auch immer ein paar Aufkleber zu finden gibt. Hier sehen wir natürlich zwei alte Bekannte: VAA und Flaucher.

Im Vordergrund aber der posttitelgebende Aufkleber: Luxus Depression. Im Netz finde ich dazu auf die schnelle nix. Schon ein bisschen schade. Da hätte man irgendeine revolutionäre Geschichte drauß starten können. Was mir auch noch dazu einfällt ist die Fernsehwerbung, die ich letztens gesehen habe. „Sie leiden an Statussymbolen? – Wir können helfen – Dacia“ oder so ähnlich. Habe ein wenig geschmunzelt.

Ja. Das is auch schon die Geschichte zu diesem Sticker.

Reclaim your city!

Uff wie bitter. Rebel:Art bloggt über die Berliner Friedhofsverwaltung. Die kommunizieren nämlich über Sticker auf den Grabsteinen mit den Hinterbliebenen. Pietät anyone? Muss ich auf meiner nächsten Tour mal an nem Friedhof vorbei laufen. Naja. Bei den Bayern kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Aber schaun mer mal was da stickermäßig geht…

Immer wieder wird ja vergessen, dass die linksautonome Szene aus viel mehr besteht als nur dem dumpfen „Nie wieder Deutschland, nie wieder Krieg!“. Es gibt unheimlich viele Splittergruppen, Arbeitskreise und Zusammenwürfelungen mit unterschiedlichsten Ausrichtungen und Zielen.

Hier zum Beispiel die Antispeziesistische Aktion. Deren Ziel ist die Bekämpfung des Speziesismus – die ungleichbehandlung von Lebewesen aufgrund ihrer Art. Dazu gehört natürlich auch der Kampf für Tierrechte, für artgerechte Haltung von Tieren usw.

Dies nur mal als kleiner Einblick in die Vielfältigkeit der Szene. Die nächste vegane VoKü ist sicherlich auch in deiner Nähe!

Reclaim your city!

Teenage Kicks

08/05/2010

Endlich kann ich mal wieder ein Plakat bloggen und etwas abfeiern. Das 59:1 ist meine absolute Lieblingskonzertlocation in München. Indie/Soul/Rockabilly/Hardcore/Punk – alles was irgendwie abseits des Mainstreams Musik macht kann hier ein Zuhause finden. Circa 300 Leute passen in den kleinen Club in der Sonnenstraße der entweder aus allen Nähten platzt (Die Sterne/Die goldenen Zitronen/The Subways/Donots/Friska Viljor), oder gähnend leer ist (Herrenmagazin/Karpatenhund). Die Wege sind kurz – maximal 5 Meter zwischen Bühne – Bar – Toiletten. Die Atmosphäre immer gut und entspannt.

Nur leider hat der Laden ein Problem. Zu Parties, wie hier Teenage Kicks, ist es meistens leer. Selbst wenn vorher eine Band gespielt und der Laden gekocht hat wird es schnell wieder ziemlich kalt – aufgrund fehlender Menschen. Sehr, sehr schade. Ansonsten würde ich da glattweg einziehen.

Das kleine Veranstaltungsplakat ist, ich sach mal, ok. Am Design kann man ungefähr erkennen aus welche Ecke/Zeit die Musik des Abends kommt und natürlich sind alle Infos drauf die man braucht. Direkt im Glockenbachviertel, in Sichtweite zum Indiehimmel Optimal, angebracht, erreicht man auch die richtige Zielgruppe. Also insgesamt nichts verkehrt gemacht. Jetzt müssen nur noch die Leute kommen…

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lassdichFICKEN

08/05/2010

Manchmal verstehe ich es echt nicht. Wie kommt man auf DIESE Idee? Und warum zum Henker muss man die Idee auch noch in die Tat umsetzen? Ich bin selten sprachlos. Hier bin ich es.

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Talking Pets

05/05/2010

Hier mal wieder großartige Musique. Die Talking Pets kommen aus München und machen ziemlich entspannten Elektro-Folk-Indie. Idealer Sonntagmorgen-Balkon-NutellaBrötchen-5MinutenEi-Kaffee-SonneInsGesicht-Sound. Habe sie auch gerade erst über diesen Sticker entdeckt und ärgere mich gerade, weil ich sie wohl so schnell nicht live erleben kann. Naja, ich wollte ja noch ins Optimal – dann zieh ich mir da die Platte!

Der Sticker ist aber natürlich auch toll. Im Artwork des Plattencovers gehalten. Sehr schlicht, vermittelt schon einen Eindruck der Musik. Würde meiner Meinung nach auch gut zu Bright Eyes passen.

Reclaim your city!


Ich muss mir langsam mal wieder Sticker suchen, die ich ein wenig schlecht machen kann. Denn dieser hier ist ja wohl einfach nur gut. Kurze, einfache, eindeutige Aussage und fertig. Mehr braucht man eigentlich nicht. Bisschen abgegriffen ist er mittlerweile. Aber direkt am Bahnhof am Geländer ist das auch kein Wunder – eher dass er noch da ist…

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Munich massacre?

02/05/2010

Ich muss mal wieder zugeben: den versteh ich nicht. Ich sehe: die Silhouette der Frauenkirche, von Olympiastadion und -turm, den O2-Tower sowie die Gebäude die, so glaube ich irgendwo am Arabellapark stehen (Korrektur erwünscht). Dazwischen ein Messer mit Augen, unter dessen Spitze Blut tropft. Alles sieht sehr hübsch aus, gut gemacht und hintergründig. Nur leider habe ich keine Ahnung was das heißen soll.

Gesehen habe ich den übrigens in der Nähe vom Feierwerk bzw. dem neuen Farbenladen wo zur Zeit Skate-Art ausgestellt wird. Sehr schön bunt und hübsch anzusehen. Absolut zu empfehlen.

Reclaim your city!