Es geht um mehr…

02/12/2010

…als um den Sticker. Zumindest heute am 2. Dezember 2010. Es ist ein denkwürdiger Tag. Denn es wird vielleicht der Tag sein, an dem der Fußball starb. Viele kennen noch den richtigen Fußball. Sonntag Mittag, Kreisklasse, Nachbardorf gegen Nachbardorf, davor und danach Bratwurst und Bier. Der nicht mehr ganz so richtige Fußball läuft dann größtenteils Samstag Nachmittags ab. 15:30 nach etlichen Stunden Zugfahrt, 3 mal so viel Bier, ein paar Frotzeleien mit anderen Fans und Polizisten und so weiter. Wo es seit heute definitiv keinen Fußball mehr gibt ist im Wirkungsbereich der FIFA. Denn heute wurde das größte Sportereignis der Welt, die Fußballweltmeisterschaft der Herren, für die Jahre 2018 und 2022 vergeben. 2018 überraschend, aber wie ich finde nicht unbedingt unverdient, nach Russland (OK, England hätte mir mehr gefallen aber was solls) und für 2022 nach Katar. KATAR!!! Das Mutterland des… ja was eigentlich? Ein Land, oder sagen wir eine Wüste, welche durch Linien auf der Landkarte begrenzt ist, soll in 12 Jahren das wichtigste Ereignis des Fußballs austragen. Dazu werden Stadien für Milliarden von Petrodollar aus der Wüste gestampft, die danach dann irgendwie abgebaut und in anderen Ländern wieder aufgebaut werden sollen. Denn richtig – es gibt keinen Fußball in Katar! Zumindest nicht im traditionellen Sinne. Denn Katar hat sich nie, und wird sich ,außerhalb ihrer Gastgeberteilnahme (als Kanonenfutter) auch nie, für eine Fußballweltmeisterschaft qualifizieren. Für die kleine Liga in Katar wird es niemals nötig sein solche Stadien und Trainingsplätze (die die Luft tatsächlich von 42° auf 27° runterklimatisieren sollen) zu haben. Ein weiterer Punkt: Schon in Südafrika war es fast unmöglich die Stadien voll zu machen – die Ticketpreise waren dem Einkommen der Bevölkerung einfach nicht angemessen. In Katar gibt es aber nicht mal Bevölkerung (eine Million Menschen)! Und wer bitte soll nach Katar fliegen? Früher haben von Fußballweltmeisterschaften zwei Industrien profitiert – Gastronomie und Prostitution. Beides ist in Katar nicht mal in Ansätzen erlaubt! Wir werden also folgendes 2022 erleben: leere Stadien in denen keinerlei Stimmug oder Emotion herrschen wird und Mannschaften, die sich aufgrund von 40° im Schatten sicherlich keine großen Schlachten bieten können. Ich persönlich werde meine Konsequenz ziehen und sofort nach dem Finale der EM 2020 kein Länderspiel (geschweige denn Qualifikations- oder WM-Spiel) mehr schauen geschweige denn im Stadion besuchen. Da nehm ich mir lieber nen Ball, n Kasten Pils und bolze auf den Rheinterassen! In your face Blatter!

Reclaim your football!

ps: Ja der Sticker is von den Nürnberger Ultras. Zum Glubb muss man nich viel sagen. Das Stadion bricht auseinander, der Verein schickt seine Nachwuchsschiedsrichter in den Gästeblock (sic!) und über den Akzent will ich gar nicht erst sprechen. Dann lieber RWE…

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