Boah! Was für ein Sonntagnachmittag ist das denn bitte? Temperaturen zwar nur knapp um den Gefrierpunkt, dafür aber klarer Himmel und Sonnenschein. Das treibt die Leute natürlich nach draußen. Und auch ich habe meine Couch verlassen, um meinen Sticker-Vorrat mal wieder zu befüllen. Also ging’s mitm Rad raus unter den klaren blauen Himmel (–> Beatsteaks – Under A Clear Blue Sky! HÖREN!!!) und rein in die Stadt. Nach ca. 3/4 der Tour sind mir dann irgendwo in Unterbilk zwei, drei grell-orange Aufkleber aufgefallen. Und die hatte ich bisher so tatsächlich noch nicht gesehen. Die AS Allgemeine Schädlingsbekämpfungs GmbH hatte diese am 10.01.2011 geklebt, nachdem der Herr Schädlingsbekämpfer nämlich Gift gegen Mäuse, Ratten, Kinder und Haustiere ausgelegt hatte. Vorbildlicherweise wurde dann auch das Gebiet drumherum mit der Aufklebern versehen, die nun die Gegend ein wenig bunter machen. Sicherer vielleicht nicht unbedingt.  Aber: das Orange ist schon echt geil…

Reclaim your city!

Das schöne an Robotern ist ja ihre „Denkweise“ – denn die läuft komplett rational und logisch ab. Nur klar also, dass sich auch Roboter gegen Rassismus stellen! Warum sie dabei ausgerechnet den Rechten Arm heben, die Gelenke aussehen wie bei Ritterrüstungen und auf der Brust irgendwie Orden oder sowas hängen werden wir so schnell wohl nicht klären. Egal –  ROBOTS AGAINST RACISM!

Reclaim your city!

…gibt es anscheinend kostenlos – zumindest wenn Mensch sich vorher ein überflüssiges, aufgrund des, zugegebener Maßen, okayen Designs überteuertes, und vor allem technisch eher so mediumstarkes Produkt klaut/schenken lässt/kauft. Natürlich ist das Design der Aufkleber in Ordnung. Es ist schlicht, einfarbig bis transparent und die ganze, verdammte Welt weiß was damit gemeint ist – geht also eigentlich nicht besser. Allerdings ist genau das Problem. Wenn schon Apple – dann doch bitte Records! Bei der Gelegenheit kann ich ja mal erzählen, dass ich vor ein paar Jahren das erste Beatles-Album (Please Please Me) auf dem original Label (Parlophone) in den Händen gehalten hab. Akustisch gesehen pures Gold! 650 Euro wollte der Typ dafür haben. Fast so viel, wie dieses Tablet-Dings da in der entsprechenden Ausstattung kostet. Um ehrlich zu sein: Ich hätte kein Problem damit zu tauschen…

Reclaim your city!

Der Klassiker im Zusammenhang mit Fragen der Asylpolitik. Oder auch einfach ein Kommentar auf diese Nachrichten.

Reclaim your city!

MY TERROR

21/01/2011

Als ich Anfang Juni das erste Mal in Düsseldorf war, und auch die Möglichkeit bestand, dass das hier so etwas wie mein Lebensmittelpunkt werden könnte, sind mir sofort die MYTERROR-Sticker aufgefallen. Im Sommer klebten die in der Nähe vom Bahnhof überall. Unter anderem dieser hier, aber vor allem die mit dem „taking my life back“-Slogan drauf. Nun bin ich ja Musik- und Subkulturfan und so richtig hat mich das daher nicht losgelassen. Die Möglichkeit die Sticker zu fotografieren hat sich irgendwie nicht sofort ergeben, wodurch ich eigentlich immer wieder mal dran erinnert wurde, mich damit zu beschäftigen. Wie immer habe ich dann erstmal ein paar Sachen bei myspace gehört und letztens war ich dann auch auf dem Konzert, bzw. Antifa-Soliparty, im AK47 in der Kiefern. Und was soll ich sagen: totgerockt. Die Jungs haben echt Power im Arsch und machen aller feinsten Antifa-Hardcore, was auch in den Stickern durchkommt – da ist einfach viel Energie und Agression drin. Das so hinzubekommen ist a) zwar extrem wichtig beim layouten seines Designs, aber b) auch extrem schwierig. Die eigenen Einstellungen, Eigenschaften usw. so in ein Logo zu packen, dass jeder gleich weiß was auch nur ungefähr gemeint ist können nicht viele. Prädikat: absolut empfehlenswert!

Reclaim your city!

EDIT: Der Vollständigkeit halber…

we love this city

19/01/2011

Am Wochenende war ich mal wieder, naja also zum zweiten Mal, in der Esprit Arena. Die Fortuna hat Energie Cottbus geschlagen, was mir sehr viel Spaß bereitet hat. Daneben gab es aber noch ein paar andere Sachen, die ich gut fand. Zum Beispiel wurden vor dem Spiel so kleine Interviewvideos gezeigt, was man denn von Rassisten/Faschisten im Stadion hält. Und während sich jugendliche Ultras bemüht um politisch korrekte Aufforderungen bemühen („wir müssen zeigen, dass es für Rassisten, Faschisten usw. keinen Platz im Stadion gibt“) waren ältere Herren etwas konkreter: „Wenn die Polizei nix macht – dann müssen wir die halt rauskloppen…“ Haha! Ziemlich lustig war auch die Tatsache, dass wir mit unserem Pils in den Händen doch recht aufgefallen sind – Mensch trinkt schließlich Alt in Düsseldorf. Was ich, nebenbei gesagt, auch gerne der Warsteiner Sterbehilfe vorgezogen hätte.

Das wollte ich eigentlich nur mal erzählen – da kam mir der Sticker heute Mittag gerade recht. Ich würde zwar nicht sagen, dass ich Düsseldorf liebe, aber es ist doch schon ganz schön hier, wovon der Sticker auch einen guten Eindruck vermittelt wie ich finde. Hier gibt’s einfach „für jeden“ etwas. Ich bin glaube ich mehr so der Flingern-Typ. Dazu auch ’n Song ausm Stadion: „Wir schlafen nich auf Betten / Wir schlafen nicht auf Stroh / Wir schlafen auf Paletten / Das ist in Flingern so“.  Für den Yuppiescum gibt’s Oberkassel, die jungen Hipster wohnen in Bilk und die Touristen werden in die Altstadt geschickt. Alles prima also.

Langer Rede, kurzer Sinn: Sticker = schick, Düsseldorf = schick!

Reclaim your city!

Hier mal wieder ein Sticker von den Jungs und Mädels von Schwarze Socke. Ziemlich zynisch wird hier darauf hingewiesen, was Freiheit, Wahrheit und Sicherheit eigentlich heute bedeuten. Wir haben die Freiheit zu konsumieren (Sticker auf der Kö gefunden – nice!), die Wahrheit, oder was wir dafür halten, wird uns gehirnwäschemäßig über die Glotze eingetrichtet und Sicherheit bedeutet am Ende doch nur die gewalttätige Repression zur Sicherheit der Oberen in Wirtschaft und Politik. Na, danke! Fehlen darf der Link zur schwarzen Socke natürlich nicht – da kann man dann toll zeug einkaufen…

Reclaim your city!

…anything but ROCK N ROLL? I have no fucking idea my dear! Wenn der Sticker nicht mal schick ist?! Manche leute kennen sich ja ganz gut mit Comics aus – ich nicht so. Ich würd mal so auf 60s-style tippen. Habe zwar keinen Plan – mich aber in sie verliebt…

Reclaim your city!

Suptras Rostock

08/01/2011

Boah wie mir diese Winterpause auf den Sack geht. Ich will wieder Bundesliga! Und wenn es auch nur die dritte ist! Samstagnachmittage ohne irgendwelche Live-Ticker oder Streams nerven schon ziemlich… Wollte ich einfach mal gesagt haben. Und der Wickinger ist cool. Und das der Sticker hier zwei Straßen weiter und anscheinend schon länger klebt ist auch cool.

Reclaim your city!

Uff, uff, uff… Was ist denn hier bitte wieder alles verkehrt?! Fangen wir einfach mal von oben an. Demo, Uhrzeit, Treffpunkt – soweit ok.

Doch schon geht es los mit dem Absender: „Freie Kräfte aus der Region“? Ziemlich offen das. Freikorps anyone? Dann eine Internetadresse – wer will schaut selbst drauf, schön ist es aber nicht! Nun die erste Forderung: „Freie Völker statt freie Grenzen!“. Mal kurz an alle Deutsch-LKler: müsste es nicht „Freie Völker statt freier Grenzen“ heißen? Naja, Aggression vor Grammatik sag ich immer. Inhaltlich geht das aber natürlich gar nicht. Was soll das denn bitte heißen: freie Völker? Soll man überall einmarschieren dürfen oder was?! Lebensraum im Osten und so? Ich habe diese Idee von „einem Volk“ ja nie verstanden. Was gehört denn dazu? Und was nicht? Und vor allem: wozu der Scheiß? Und was gibt’s bitte gegen freie Grenzen zu sagen? Wenn schon Grenzen, dann doch bitte freie – wenn man sie schon nicht ganz abschaffen kann. Wie gesagt: alles falsch!

Dann wieder Kundgebung, Uhrzeit, Treffpunkt. Dieses mal aber ganz woanders und einen Tag früher und mit einer anderen Internetadresse (auch da ist es nicht schön). Also sehr verwirrend. Wenn ich ein Nazi wäre, würde ich mich da total verzetteln in der westfälischen Pampa. Dass die autonomen Nationalisten nicht die hellsten sind, dürfte ja allgemein bekannt sein. Da kann man die armen doch nicht so durch die Gegend schicken!

Weiter gehts: „Volkstod stoppen!“ Wieder dieses ominöse Volk. Da ich, wie gesagt, nicht wirklich weiß was dieses Volk eigentlich sein soll, ist mir dessen Tod auch recht egal. Und wer soll das bitte machen? Und wie? Obwohl, ich glaub ich will das gar nicht so genau wissen.

(Das erinnert mich gerade an die Aktion letztens von der taz, die ein neues Synonym für „Menschen mit Migrationshintergrund“ gesucht haben. Eines meiner Favoriten war ja „Genpoolerweiterer“. Sehr schön.)

Als Logo dient wieder die schlecht abgewandelte Antifa-Flagge. Hier aber ohne Zugehörigkeit zu einer Aktion und mit einer Art Zahnrad umrandet. Steht das für irgendeine völkische Symbolik die ich nicht kenne? Auch egal.

Was mir ja insgesamt nicht so gefällt, ist dieses Outen der Gegner in den Szenen. Letztens in ner Kneipe in Hannover lagen z.B. auch Flyer aus, auf denen Namen und Dienstgrade der Polizeibeamten genannt wurden, die die linke Szene in zivil beobachten. Das finde ich schon ziemlich grenzwertig. Noch grenzwertiger finde ich aber, dass sich der Absender des Stickers hier tatsächlich mit Name und Adresse verewigt hat! Dieser Trottel! Wenn auch nur ein Sticker irgendwo auf nem Straßenschild von Mitarbeitern des Ordnungsamtes gefunden wird, setzt das eine deftige Strafe. Da steigt man mit 150€ und mehr ein! Wahrscheinlich ist das im reichen Köln-Dellbrück egal. Aber ich hab letztens noch so nen Sticker gesehen…vielleicht sollte ich mal das Ordnungsamt anrufen…?!

Reclaim your city!

PS: Dabei sieht die Gegend bei Streetview aber recht normal aus. Ein Asia-Imbiss, ein Waffenhandel, ein Laden für Wohnungs- und Gartendekoration, ein Fressnapf, ein paar Kneipen – was man halt so braucht…