Freie Völker statt freie Grenzen!

05/01/2011

Uff, uff, uff… Was ist denn hier bitte wieder alles verkehrt?! Fangen wir einfach mal von oben an. Demo, Uhrzeit, Treffpunkt – soweit ok.

Doch schon geht es los mit dem Absender: „Freie Kräfte aus der Region“? Ziemlich offen das. Freikorps anyone? Dann eine Internetadresse – wer will schaut selbst drauf, schön ist es aber nicht! Nun die erste Forderung: „Freie Völker statt freie Grenzen!“. Mal kurz an alle Deutsch-LKler: müsste es nicht „Freie Völker statt freier Grenzen“ heißen? Naja, Aggression vor Grammatik sag ich immer. Inhaltlich geht das aber natürlich gar nicht. Was soll das denn bitte heißen: freie Völker? Soll man überall einmarschieren dürfen oder was?! Lebensraum im Osten und so? Ich habe diese Idee von „einem Volk“ ja nie verstanden. Was gehört denn dazu? Und was nicht? Und vor allem: wozu der Scheiß? Und was gibt’s bitte gegen freie Grenzen zu sagen? Wenn schon Grenzen, dann doch bitte freie – wenn man sie schon nicht ganz abschaffen kann. Wie gesagt: alles falsch!

Dann wieder Kundgebung, Uhrzeit, Treffpunkt. Dieses mal aber ganz woanders und einen Tag früher und mit einer anderen Internetadresse (auch da ist es nicht schön). Also sehr verwirrend. Wenn ich ein Nazi wäre, würde ich mich da total verzetteln in der westfälischen Pampa. Dass die autonomen Nationalisten nicht die hellsten sind, dürfte ja allgemein bekannt sein. Da kann man die armen doch nicht so durch die Gegend schicken!

Weiter gehts: „Volkstod stoppen!“ Wieder dieses ominöse Volk. Da ich, wie gesagt, nicht wirklich weiß was dieses Volk eigentlich sein soll, ist mir dessen Tod auch recht egal. Und wer soll das bitte machen? Und wie? Obwohl, ich glaub ich will das gar nicht so genau wissen.

(Das erinnert mich gerade an die Aktion letztens von der taz, die ein neues Synonym für „Menschen mit Migrationshintergrund“ gesucht haben. Eines meiner Favoriten war ja „Genpoolerweiterer“. Sehr schön.)

Als Logo dient wieder die schlecht abgewandelte Antifa-Flagge. Hier aber ohne Zugehörigkeit zu einer Aktion und mit einer Art Zahnrad umrandet. Steht das für irgendeine völkische Symbolik die ich nicht kenne? Auch egal.

Was mir ja insgesamt nicht so gefällt, ist dieses Outen der Gegner in den Szenen. Letztens in ner Kneipe in Hannover lagen z.B. auch Flyer aus, auf denen Namen und Dienstgrade der Polizeibeamten genannt wurden, die die linke Szene in zivil beobachten. Das finde ich schon ziemlich grenzwertig. Noch grenzwertiger finde ich aber, dass sich der Absender des Stickers hier tatsächlich mit Name und Adresse verewigt hat! Dieser Trottel! Wenn auch nur ein Sticker irgendwo auf nem Straßenschild von Mitarbeitern des Ordnungsamtes gefunden wird, setzt das eine deftige Strafe. Da steigt man mit 150€ und mehr ein! Wahrscheinlich ist das im reichen Köln-Dellbrück egal. Aber ich hab letztens noch so nen Sticker gesehen…vielleicht sollte ich mal das Ordnungsamt anrufen…?!

Reclaim your city!

PS: Dabei sieht die Gegend bei Streetview aber recht normal aus. Ein Asia-Imbiss, ein Waffenhandel, ein Laden für Wohnungs- und Gartendekoration, ein Fressnapf, ein paar Kneipen – was man halt so braucht…

2 Antworten to “Freie Völker statt freie Grenzen!”

  1. Laurelie said

    und dann verwenden die dazu auch noch das franz ferdinandsche beste cover aller zeiten. zum weinen.

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