Puhh, dieser Text wird keine literarische Meisterleistung. Aber lest selbst:

Letztens war ich mal wieder im schönen Hamburg auf der Schanze und habe eine ganze Menge Sticker gefunden, u.a. auch den hier. Dass der Boll Bulle ist wusste ich ehrlich gesagt gar nicht; finde den leicht humoristischen Umgang mit dieser Tatsache aber recht sympathisch. Vom Layout her ist das Ganze sicherlich nicht allerhöchste Klasse, aber hey, wir reden von St. Pauli, dem sympathischen, coolen Stadtteilverein. Nicht! Aber wenigstens stehen die Fans zum Thema Politik im Fuszball, was leider nicht in jeder Szene gegeben ist. (Jetzt die krasse Überleitung)

Um Fußball und Politik ging es auch vorhin bei der Lesung von Ronny Blaschke im BiBaBuZe in Bilk. Der gute Mann hat aus seinem neuen Buch „Angriff von Rechtsaussen“ gelesen und über seine Recherchen in der deutschen Fuszballprovinz referiert. Ronny hat sich in den letzten Jahren in der Rostocker Szene ziemlich unsympathisch gemacht, da er gerne den Finger in Wunden gesteckt, und als Hansafan trotzdem auch kritisch über Verein uns Fans berichtet hat. Dementsprechend war auch ich vor der Lesung eher skeptisch, danach dafür umso positiver überrascht. Der Typ hat ne gute, selbstbewusste politische Einstellung und scheint wirklich sehr tief im Thema drin zu sein. Auch wenn einige Beispiele schon bekannt waren oder sind finde ich es gut, dass jemand die Nische besetzt – und wer wenn nicht ein Rostocker Jung soll sich bitte mit rechter Politik und Fuszball auskennen?! Leider war die Diskussion nach der Lesung nicht so lebhaft wie ich sie mit den Rheinländern erwartet hatte und lange nicht so kontrovers wie man sie hätte führen können. Nun ja, so konnte ich ihm leider auch keine explizite Meinung über Hansa und so rausdrücken, da hat er sich dann etwas wortkarg gezeigt. Lange Rede, kurzer Sinn: wer sich für das Thema interessiert, kauft das Buch.

Reclaim your city!

Ich bin gespannt. Sehr sogar. Warum? Ganz einfach: in wenigen Tagen endet das Ultimatum des DFB/DFL an die Fanszenen doch mal bitte Pyros ruhen zu lassen, um dann wirklich in Verhandlungen um eine mögliche Teillegalisierung (immer schön abschwächen…) von Pyrotechnik im Stadion einzusteigen. Bisher haben sich wohl die meisten Szenen dran gehalten (ich glaube nur die SGE konnte es wieder nicht sein lassen…) und ehrlich gesagt hoffe ich, dass es so weitergeht. Denn Pyros im Stadion gehören schon irgendwie dazu. Sehr schön daher, dass es diese Kampagne gibt und hoffentlich auch Erfolg hat.

Reclaim your city!

Antifa Hooligans

14/08/2011

Ich gebe gerne zu, dass ich mit diesem Gewaltding (gegen Personen) in der Antifa alles andere als sympathisiere. Aber dieser Sticker, der in Susannenstraße auf der Schanze hängt, ist trotz Schlagring und schwarz-weiß-roter Hakenkreuzästhetik einfach ein richtiger Hingucker. Kann aber auch an dem Ohrwurm liegen, den ich automatisch bei dem Anblick bekomme…

Come on! Reclaim your city!

Wikingerversand

11/08/2011

Geht’s noch? Was sollen denn immer diese hässlichen Sticker in den Straßen? Dieser sogar nur ein paar Hundert Meter von meiner Bude entfernt. Und dann auch noch diese scheisz Bombenholocaustterrorgeschichte. Bekommt ihr nicht mittlerweile seit zwei Jahren mit, was Dresden davon hält? Gar nichts! Boah, diese Telefonnummer – wer fand das denn bei euch lustig? Lasst mich raten: der Typ mit dem Bärtchen?! Naja, hoffentlich kann Mensch bei euch wenigstens diese geilen T-Hemden von Exit kaufen. Die sind auf jeden Fall cooler als ihr Wikingerversandnazis!

Reclaim your city!

Es haben sich alle Superhelden (rebel:art, hatchkingdom) zusammen getan und richten den WorldWideStickerAward2011 aus. Da kann man unter anderem auch für den Düsseldorfer Barto voten, der einige seiner Sachen zur Wahl gestellt hat. Möge der/die Beste gewinnen!

Reclaim your city!

Ich twitterte ja vorgestern schon, dass ich mal wieder in Ehrenfeld war. Wie ich finde ja eines der abgefucktesten und gleichzeitig schönsten Veedel in Köln, welches auch komplett mit Stickern, Grafitti, Flyern usw. vollgepflasterst. Unter anderem findet man da auch das Underground und den Sonic Ballroom – zwei sehr alternative Läden in denen es immer ne gute Portion lauter Gitarrenmusik auf die Ohren gibt. Ganz in der Nähe vom Underground ist mir dann dieser schicke Sticker der Pariser Ultragruppen „Virage Auteuil“ und „Tribune G“ aufgefallen, welcher sich gegen Rassimus wendet. Ehrlich gesagt war ich ein bisschen überrascht, dass die Pariser Hools, die gar nicht so unberüchtigt sind, sich politisch so explizit gegen Rassismus positionieren. Finde ich aber natürlich gut. Allez Paris, allez PSG!

Reclaim your city!

Nachdem ich vor einiger Zeit schon in den „Presseverteiler“ dieser Aktion aufgenommen wurde (von wem?), möchte ich nun natürlich schon mal dafür trommeln. In zweieinhalb Wochen steigt die Tanzdemo für mehr Recht auf Stadt. Sowohl unter rechtaufstadt.org aber auch bei der von mir schon oft erwähnten und veranstaltenden freiraum-bewegung.de findet ihr dazu inhaltlich weiterführende Infos. Es geht kurz gesagt um mehr bezahlbaren Raum für Kunst, Kultur und Mensch – gegen neue Bürokomplexe und Eigentumswohnungen!

Hier aber für alle die Liste, was mitzubringen ist: „deine Band, ein Soundsystem im Einkaufswagen, Schilder, Verkleidung, Aktionen, Skateboard…“

Ich werde dann auch persönlich am 20.08. anwesend sein um zumindest den Start am Hermannplatz zu verfolgen. Wenn ich ein/zwei Fotos machen kann, werden diese sicherlich auch hier einen Platz finden.

Reclaim your city!

PS @Düsseldorf: das Plakat grinste mir im Bahntunnel in der Ellerstraße entgegen. Da müsst ihr unbedingt mal vorbei gehen und euch die Grafittis anschauen. So gut kann Stadt halt auch aussehen…