Die Redaktion von plakatierenverboten, nicht nur Magazin für realantifaschistische Stadtverschönerung, sondern auch Fachzeitschrift für OrdentlichFsmaulMusike, freut sich mal wieder eine neue Band abfeiern zu können. Erstmals gesehen und gehört im November in Oberhausen, als Vorband von Findus und Herrenmagazin, war ich noch gar nicht so begeistert, aber schon leicht angefixt. Dieser deutschsprachige Screamo, den ich bisher vor allem durch Escapado kannte, brauchte etwas, um mich auch abzuholen. Frau Potz haben es nun aber geschafft! Nach dem schicken Video zu „Ach, Heiner“ musste ich mir dann aber auch das Album „lehnt dankend ab“ besorgen und das kam gestern bei mir an. Und es ist ein ordentliches Brett. Der Einstig mit eben diesem Ach, Heiner verspricht viel und hält alles. 12 Songs (Anspieltipp: Skelbe), die zwar laut aber auch hörbar sind, lassen keinen Zweifel an der Wut und dem Herzblut von Sänger Felix, den ich auch beim Findus-Konzert im Bonner Bla im Dezember kurz sprechen konnte. Grundsympathische Typen mit ordentlich Eiern und einem Postpunk (lt. Felix) der einem schön das Hirn durchpustet. Für mich ist das Ding jetzt schon das Debut des Jahres und nach Findus nun schon die zweite Knallerband der Delikatess-Tonträger. Leider kommen mein Kalender und die Tourdates erst mal nicht so richtig zusammen. Aber vielleicht wird das im Herbst wieder was. Würde mich sehr freuen. In diesem Sinne:

        Fang endlich an zu leben, fang endlich an zu fühlen.
Hör auf, alles zu steuern und tot zu bilanzieren.

Reclaim your city!

Ich bin gerade etwas müde. Aus welchen Gründen auch immer hat das Wochenende in BaWü wieder ziemlich geschlaucht. Am Samtag wurde am Neckar angegrillt und nach diversen Runden Fifa12 ging es dann mit einigen sehr sympathischen Menschen ins Zimmer. Dabei musz ich sagen, dasz das Zimmer bisher der einzige Laden in Mannheim ist der mir wirklich gefällt. Das liegt sicherlich auch daran, dasz der Kumpel, den ich dort ein bis zwei Mal im Jahr besuche, einen etwas anderen Musikgeschmack hat als ich und wir deswegen oft in irgendwelchen Groszraumdissen landen. Im Zimmer hat es mir aber auch dieses Mal gefallen. Bemerkenswert finde ich dabei vor allem das Zitat von Warhol, welches über der Treppe Richtung Tanzfläche (ausgesprochen: „Dänze“) hängt. Ich habe nämlich schon oft darüber nachgedacht, wie die vielen Kids heute funktionieren. Irgendwie ist dieses „Ein Mal berühmt sein“ in den letzten Jahren sehr in die Clubkultur eingezogen. Da gibt es dann Abholservices, bei denen man sich von Limousinen oder Hummern zum Club fahren lassen kann. Da angekommen darf man dann über den roten Teppich gehen, an dem man mit einem Paszwort schneller dran vorbei kommt. Im Club ist man dann ganz toll, wenn man ein Séparée hat um auf den Pöbel zu glotzen – und selbst vom Pöbel beglotzt zu werden. Sicherlich ist das etwas übertrieben dargestellt. Erst recht, da ich fast nie in die entsprechenden Etablissements gehe. Trotzdem ist mir das vor ein paar Jahren noch nicht so aufgefallen wie zur Zeit. Daher ergibt das Zitat an entsprechender Stelle ziemlich Sinn.  Ob der Clubbetreiber das auch in dem kritischen Sinn, wie ich Warhol interpretiere, verstanden hat weisz ich nicht, hoffe es aber sehr. Das würde den Laden noch mehr aufwerten.

Reclaim your city!

 

Hannelore Kraft

15/03/2012

Oha, hier ist was los. Wie eigentlich schon bei der Verabschiedung des Haushalts 2011 erwartet, scheitert die rot-grüne Minderheitsregierung nun am Haushalt 2012. Erstmal klingt das natürlich nicht gut dieses „scheitert“. Aber so ist das nun mal. Löst sich ein Parlament vorzeitig auf, lief natürlich irgendwas schief. Für SPD und Grüne ist „scheitern“ aber sicherlich das falsche Wort. Denn aufgrund der aktuellen und akuten Formschwäche der FDP steigen die Chancen immens, aus der Minderheitsregierung eine stabile Regierungskoalition mit 50+x Prozent zu stellen. Dem stehen zur Zeit lediglich zwei Dinge möglicherweise im Wege. Zum Einen die Piraten, die sicherlich einen ordentlichen Wahlkampf in NRW starten werden um von Linken, FDP aber für mich auch immer von der SPD Stimmen zu klauen, und zum Anderen SPD und Grüne selbst.

Daher war ich heute Mittag auch äuszerst entsetzt, als ich obigen Sticker sah. Das kann ja wohl nicht wahr sein, dass die SPD mit gespielter Ironie versucht Anti-Werbung für sich und Hannelore Kraft zu machen. Aber glücklicherweise habe ich mich geirrt und der Sticker kommt von einer nicht wenig obskur aussehenden Website bzw. eher Initiative namens jg-nf.de (keine Links für Scheisze). Da wird auf ganz komische Art und Weise, das beste Beispiel ist dieser häszliche Sticker, gegen eine mögliche Frauenquote mobil gemacht. Ich habe noch so wirklich keine echte Meinung zu der Frauenquote. Ich sehe zwar die Probleme die es gibt und auch dasz diese oft durch Mackerärsche in den Ledersesseln verursacht werden. Ich weisz aber nicht, ob eine gesetzlich verordnete Quote da etwas verbessert. Wer gute Argumente hat, darf diese gerne posten. Und was solls: ich freu mich auf die Wahl im Wonnemonat Mai. 1,5 Jahre vor der Bundestagswahl hat Nordrhein-Westfalen mal wieder die Chance die Richtung vor zu geben. Ich bin dabei.

Reclaim your city!

Schon wieder Werbung! Ekelhaft! Alles kapitalistische Kackscheisze! Ach quatsch, bleibt locker. Werbung ist toll. Zumindest gute Werbung nur gibts davon leider viel zu wenig. Denkt doch mal bitte an den tollen VW-Spot vom Super Bowl 2011, das aktuelle Heineken-Viral (keine Ahnung warum das Original von Heineken ab 18 is) oder das alte Puma-Viral zum Valentinstag (keine Ahnung warum Puma das auf Privat gesetzt hat…). Besonders gefesselt bin ich ja immer von guten Teaser-Kampagnen. Allerdings ist die letzte die mir in Erinnerung ist, auch die O2-Doodle-Kampagne zu o2o (ja, ich bin O2-Kunde…). Nun ist mir an der Straßenbahnhaltestelle dieses Plakat aufgefallen und mein erster Gedanke war dann ja: „Mehh, sexistische Kackscheisze! Heut abend dann Titten gucken! Super kreativ!“ Aber dem ist ganz und gar nicht so. Zwar ist das Nachtmotiv nicht wirklich schön, aber wenigstens komplett anders als erwartet. Auszerdem soll es ja nur zeigen, was Werbung so alles kann und das ist nicht wenig. Alleine diese Citylightposter gibt es in den verschiedensten Varianten. Mit bewegten Bildern, dampfenden Kaffeetassen, Steckdosen zum Handy aufladen uswusf. Alles super! Lahme 0815-Werbung darf übrigens auch gerne gebusted werden. In diesem Sinne:

Reclaim your city!

Jaja, hier die Auflösung.

 

Düsseldorf ist nicht nur, wie ich schon so oft geschrieben habe, rot-weiß, sondern zur Zeit auch gelb. Ihr seht hier nicht weniger als den gelbsten und häufigsten Sticker Düsseldorfs. Das MMM (MightyMammutMovement) bzw. ihr Sticker hängt wirklich überall. Man kann an keiner Straßenecke vorbei, ohne nicht irgendwelche gelben Aufkleber zu sehen. Das finde ich aber gar nicht mal schlimm. Denn der Sticker ist, zur Abwechslung für solch jungen Bands, wirklich verdammt gut designt. Auszerdem gibt’s davon auch nur eine Variante, die auch auf der Homepage, Facebook (Vorsicht! Link führt zu Facebook!) usw. genutzt wird. Der Wiedererkennungswert ist also extrem hoch.

Der Eine oder die Andere mag nun aber überrascht sein, bin ich doch für meine Abneigung zu Reggae bekannt. ABER: die Jungs machen das echt gut. Für so ne kleine Nachwuchskapelle ist auf der Bühne ordentlich was los und die Songs sind gut arrangiert. Auch ist das Ganze gerne mal Skalastiger und es wird viel und gut gerappt, was mir eher entgegen kommt. Auszerdem haben die ein gar nicht mal so schlechtes Video am Fürstenplatz gedreht. Und ey: der Sticker is cool!

Update: Laut Facebook wurden 10.000 Sticker nachbestellt. Ich hoffe das Internet lügt nicht!

Reclaim your city!

Die Hypers und Metalheads sind zwei Fortuna-Fanclubs, die hier in Düsseldorf überall Sticker kleben haben. Von den Hypers gibt es auch in den einschlägigen linken Läden Fahnen gegen Nazis und so weiter. Blöd nur, dass sie beim Fortuna-Fanturnier Anfang Januar gleich einen Gegenspieler hatten, der Thor Steinar-Klamotten trug. Ehrensache, dass sich Hypers und dann in aller Solidarität auch die Metalheads erst von dem Turnier und dann aus dem SCD verabschiedeten. Insgesamt ne ziemlich bittere Geschichte. Die gesamte Düsseldorfer Szene stellt sich ansonsten geschlossen gegen Nazis und Rechtsextremismus. Ein Nazi-Arschloch bei ca. 300 Kickern und schon ist die Szene, und vor allem ihr Selbstverständnis in einer großen Krise. Oder ist da mehr dran? Gibt es vielleicht doch auch unter Fortuna-Fans Rassismus? Unterschwellig und alltäglich mit Sicherheit.

Kleine Anekdote: Ich habe FCH vs. STP im Pub geguckt. Am Nebentisch ein gutes Dutzend Fortuna Fans Anfang 20. Neben den üblichen Kommentaren, dass Rostocker ja alles Nazis und deswegen verachtenswert sind, gabs auch ein paar Witze. Der Höhepunkt mit dem meisten Gelächter: „Ey ich hab Lukimya letztens in der Disco gesehen – also sein Lächeln.“ Was ich damit sagen will: Das Bekenntnis der meisten Fortuna-Fans gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist aller Ehren wert. Aber jede Szene ist nur ein Spiegelbild der Gesellschaft. Also gibt es auch unpolitische Fans und Nazis unter den Anhängern. Passt auf und tretet ihnen entgegen!

Reclaim your city!