Warszawa IV – Muzeum Powstania Warszawskiego (und Schluss)

02/07/2012

 

Wie versprochen sollt ihr auch einige Eindrücke vom „Museum Warschauer Aufstand bekommen“. Zuerst war ich etwas genervt, dass es das Museum nicht in das offizielle Programm der Tour geschafft hat. Aber schon am Abend der Ankunft haben sich ein paar Leute darüber unterhalten und recht schnell haben wir uns auf einen Besuch während der „Freizeit“ geeinigt. Sehr gut!

Das Museum liegt etwas außerhalb der Innenstadt, ist aber per Straßenbahn trotzdem easy zu erreichen. Die Haltestelle trägt auch den Namen des Museums und das Logo des Powstania Warszawskiego (#8) ist auch von Weitem schon gut zu erkennen und auch oft in den Straßen der Stadt zu finden.

Und dann gab es richtig viel zu sehen. Anhand von knapp 50 einzelnen Themenbereichen wird man durch die Ausstellung geführt. Da erst 2004 eröffnet ist alles modern mit Videos, Texten, Artefakten usw usf aufgearbeitet. Sehr erschreckend fand ich die „Videokästen“. Das sind Kästen, in die man ab einer Körpergröße von ca. 1,50m reinschauen kann und in denen wirklich krasse Originalbilder aus dem Ghettoalltag gezeigt werden. In deutschen Dokus, Museen usw. habe ich solche Bilder expliziter Gewalt noch nicht gesehen; wirklich nichts für schwache Nerven.

Und so hangelt man sich dann entlang vieler kleiner Notizen und Ehrbekundungen für die Helden des Widerstands, bis man ca. zur Hälfte der Tour in einer großen Halle einen Originalbomber (#6) ausgestellt sieht. Und hier wird es dann unübersichtlich, da die Führung durch die Hausnummern irgendwie den roten Faden verliert. Hinter den großen Porträtfotos kann man aber erstmal etwas sitzen und sich einen 30minütigen Film ansehen. Dort befindet sich dann auch der Eingang in den Keller-Themenbereich „Die deutschen in Warschau“ (#4) wo dann die Täter vorgestellt werden. Schaut mal auf Foto #3. Den jungen Mann, seines Zeichens Museumsmitarbeiter, habe ich auch genau dort fotografieren können.

Im Außenbereich des Museums befinden sich dann noch diverse Denkmäler sowie eine lange Wand (ca. 50m lang, 2,5m hoch) aus Granit mit den Namen der Opfer sowie auch ein kleiner Steingarten mit Grafitti-Gemälden (#9) zum Thema.

Fazit: Der Besuch des Museums sollte in jedem Fall Pflicht für alle Warschaubesuche sein. Es gibt einfach eine Unmenge an Material welches gezeigt wird und man in Deutschland nie sehen wird. Allerdings wird es nach gut 3h auch etwas unübersichtlich. Helfen kann es da sicherlich, wenn man den Besuch auf den späten Nachmittag, nachdem die Schulklassen durchgeschleust wurden, legt. Ebenfalls etwas negativ: personal welches die eine oder andere Frage beantworten kann ist leider auch schwer zu finden oder spricht, wie viele andere in Warschau, nur gebrochen Englisch. Trotzdem hingehen! Der Eintritt kostet 10PLN, also ca. 2,50€. Keine Ausreden.

Reclaim your city!

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