Berlin Calling PIV

31/10/2010

Es tut mir ja leid. Das Foto is in ner beschissenen Qualität – ihr habt ja recht. Normalerweise fliegen die unscharfen auch gleich immer raus. Aber dann könnte ich diesen Post hier nicht schreiben, und hätte so keine Möglichkeit auf das Ritrovo hinweisen zu können. Da das Stickermuseum ja geschlossen hatte, musste ich ein wenig Zeit überbrücken und bin blind in den Laden rein. Gute Entscheidung. Im Laden selbst hängen Flaggen der italienischen Antifa und von Chievo Verona, an die Wände darf man auch schon mal was ranschmieren und alles ist insgesamt etwas alternativer. Aber am wichtigsten: Die Pizza ist super! Italienischer, knuspriger, heißer und leckerer als die geht echt nicht. Und das bei vernünftigen Preisen (klar in Friedrichshain…).

Die Toiletten sind übersäht mit Stickern (wie ja ganz Berlin) und im Spiegel kann man auch nichts mehr erkennen. Keine Ahnung mehr, was da so hing – sag insgesamt einfach gut aus.

Reclaim your city!

Berlin Calling PI

26/10/2010

Oh wie bitter ist das denn?! Ich bin am Freitag für ein kurzes Wochenende in Berlin gewesen und wollte mir unbedingt das Stickermuseum anschauen, über das ich hier auch schon mal kurz gebloggt habe. Leider hab ich am Vorabend auf der Homepage keinen Hinweis auf ein geschlossenes Museum finden können – blöd! Erst jetzt ein paar Tage später habe ich es in den News gelesen. Naja. Im Dezember starte ich dann einen zweiten Versuch. Die nächsten Tage gibt’s dafür hier ein paar Sticker, die ich in Berlin gefunden habe. Eigentlich wollte ich nur Sticker aus dem Museum präsentieren, da in der Hauptstadt ja echt jeder kleine, freie Platz beklebt wird. Sehr schön an sich, aber eigentlich auch schon ein Overkill.

Reclaim your city!

PS: In Berlin war es sehr schön.

Einer meiner Lieblingsläden in Rostock ist ja das Meli. Da gibts lecker Getränke (Weltfrieden!) zu mehr als fairen Preisen, man kennt die Leute und alles ist ein bisschen abgerockt was gleichzeitig ein hohes Maß an Gemütlichkeit bedeutet – was sind wir da schon hängen geblieben… Zum abgerockten Style gehört auch diese Gesamtkunstwerktür. Hier erkennt man auch, wie Aufkleber eine Kneipe beschreiben können. Denn ein Großteil der Sticker definiert unser Meli und die entsprechende Szene die sich da aufhält: Hansa, Piranhas, Gegen Nazis, Crushing Caspars, Die Ärzte, Doc Martens uswusf. Ich könnte mich ja ewig mit der Tür beschäftigen, aber dann steht man im Flur und hat weder Blick auf die Bars noch auf den Tanzflur. Schade schade.

Reclaim your city!

Wie geil. Habe gerade diese Fotos wiedergefunden, die ich eucht nicht vorenthalten möchte. Schließlich sollt ihr erfahren, dass die Idee für dieses Blog doch gar nicht so abwegig ist. Im Gegenteil. Im Nachhinein macht alles Sinn. Als ich nämlich mit der besten Laurelie überlegt habe, über was ich denn bloggen könnte, sind mir zwar im Endeffekt die Aufkleber eingefallen, aber ich wusste nicht warum. Nun ist es natürlich klar – meine alte Zimmertür! Ein großes Gesamtkunstwerk von Aufklebern die ich im Alter von 8 bis 21 gesammelt und an meine Tür geklebt habe. Unglaublich. Gerne würde ich euch alle Aufkleber irgendwie beschreiben oder nennen können, aber das sprengt doch unseren kleinen beschaulichen Rahmen den wir hier haben. Dahe vielleicht nur drei Highlights!

3. Links oben

In diesem Bereich der Tür habe ich irgendwann angefangen die Tür komplett zuzupflastern. Dort ist also kein bisschen Tür/Holzstruktur mehr zu sehen. Die beiden Poster (Tourplakat Monta – Where Circles Begin und WM-Planer 2006) bedecken die Glasscheibe die in der Tür drin ist. Ihr könnt euch also nochmal gut 10cm Aufkleber links und oben dazudenken. Ich schwelge gerade in Erinnerungen…

2. Giants

Die wohl ältesten Aufkleber der Tür sind die Giants-Aufkleber. Die sind ziemlich hässlich aus heutiger Sicht. Anfang der 90er fand ich die aber bestimmt ziemlich cool. Auch weil ein entfernter Verwandter in genau dieser Band gespielt hat.

1. Deutsche Nationalmannschaft 1994

Im linken unteren Viertel seht ihr in diesem Dreieck Gesichter der deutschen Fußballnationalmannschaft von 1994. Ihr wollt den Grund für die Dreiecks-Aufstellung wissen? Sollt ihr: ich habe die damals nach Bekanntheit aufgeklebt. Also die Spieler die ich kannte oben, die ich nicht kannte unten. Dabei so illustre Namen wie Olliver Kahn, Maurizio Gaudino, Bodo Illgner und so weiter. Wenn das mal nicht genial ist.

Und außerdem möchte ich auf einen Missstand unserer Zeit hinweisen. Wie bekannt sein sollte, fängt das Leben an wenn die Kinder aus dem Haus, und der Dackel unter der Erde ist. Meine Eltern haben nicht ganz so lange gewartet. Ein paar Monate nach meinem Auszug, der Hund lebt noch heute, wurde mein Zimmer von Grund auf renoviert. Neuer Teppich, neue Decke, neue Möbel usw. Nachdem ich 15 Jahre da drin gelebt habe. Unter anderem sind dieser Renovierung auch die Aufkleber zum Opfer gefallen. Innerhalb von 60 Minuten wurde ein Aufklebergesamtkunstwerk besonderer Güte zerstört. Danke Mama, Danke Papa!

Reclaim your city!

Das gehört natürlich auch in jeden guten Stadtteil. Laternen und Schilder die man vor Gesucht/Gefunden-Zetteln nicht mehr zu sehen sind. Besonders in den guten Vierteln tummeln sich hier Musik-, Sport-, Ernährung-, und Wohnungsangebote wie -suchen aller Richtungen.

Auf diesem Exemplar am Max-Weber-Platz etwa gehts um Wohnungssuche, Angebote zur Musikfrühförderung (Prenzlauer-Berg-Style), für Nachhilfe, für Klavier- und Gitarreunterricht, Umzüge usw. usf.

Ganz wichtig sind natürlich die Telefonnummern zum abreißen. Wobei ich als Klebender ja immer Schiss hätte, dass ,wenn jemandem das Angebot gefällt, er gleich den ganzen Zettel mitnimmt – oder das irgendwelche Perversen anrufen.

Reclaim your city!

Diese Kategorie hat sich irgendwie von selbst ergeben – das erste Gesamtkunstwerk ist mir auf der Toilette im Atomic Café aufgefallen. Und ich glaube diese Wand voller Tags, Sticker und Zeug hat es durchaus verdient diese Kategorie zu eröffnen. Es ist einfach ein schönes Sammelsurium aller möglichen Sticker. Travis, Lepit Clothing, Antifa München, Rockbox, Yummy Yummy, Munichx, I Love Kafka und viele, viele mehr sind auf den Toiletten des Atomic Café zu finden. Also sind nicht nur Parties und Konzerte in dem Laden gut zu finden – sondern auch die Einstellung zu guter Toilettenkunst. In manch anderen, eigentlich als noch alternativer geltenden Läden, wie beispielweise das Orangehouse im Feierwerk, werden Sticker konsequent entfernt und Grafitto (ok, die meist zu recht – weil schlecht) auch regelmäßig übermalt. Ob diese Einstellung aber auch die relativ …ähm… sportlichen Getränkepreise rechtfertigt, muss ich mir erst noch überlegen.

Reclaim your City! …and club!