I’m so sorry. Der letzte Post ist schon wieder so lange her und das Wochenende über das ich berichten will nun auch. In Hansa-Siegen gezählt immerhin drei. Vor allem möchte ich mal eine Lanze für das Münchner Nachtleben brechen. Das ist nämlich gar nicht so versnobt wie man nördlich der Donau denken mag. Deswegen nun hier in chronologischer Reihenfolge die Stationen des besagten Wochenendes:
21:09 Ankunft München HBF
21:40 Öffnen des ersten Tannenzäpfle in einer WG irgendwo Richtung Stiglmeierplatz. Sehr gute Freundin getroffen und gute Frau kennengelernt. Alles richtig.
23:00 Ankunft im „Für Freunde“, einer kleinen, gemütlichen Bar in der Reichenbachstraße im Glockenbachviertel. Da gibts das Helle für okayes Geld, eine sehr relaxte Atmosphäre, super Musik und auch den einen oder anderen Jägermeister. Am Wochenende ist der Laden natürlich immer proppenvoll. Wer es kennt, kann es vielleicht mit der Favorit-Bar in der Damenstiftstraße (Innenstadt) vergleichen, die ich leider nicht mehr geschafft habe zu besuchen.
01:30 Ankunft am „Kong“ direkt am Justizpalast am Hauptbahnhof. Mir wurde gesagt das machen jetzt die Betreiber des ehmaligen Cafe King. Da bin ich damals nicht reingekommen weil wir uns in der Schlange über die Hipster im Laden lustig gemacht haben… Im Kong erfährt man dann München von seiner schlimmsten und seiner clubbigsten Seite. Nach Einlass, Garderobe, Bier und Averna (Jägi ham se nich) ist man schon den ersten 20er los. Dafür gehen die Leute aber zu verdammt guter Musik ab wie sonst was. Hätten wir es uns leisten können, wären wir sicher bis Ewig geblieben. Meine Leute ausm Norden waren währenddessen im „Neuraum“. Nicht hingehen! Ohne weiteren Kommentar. Einfach nicht hingehen!
03:00 Ankunft im Cafe Kosmos, ebenfalls in der Nähe vom Hauptbahnhof. Auch eine kleine, gemütliche und oft überfüllte Bar. Besonders zum Afterjob kann man da aber nicht mehr hingehen – zu viele Yuppies. Früher war es aber unser Stammlokal. Es gab Astra und man konnte auf Bierfässern den ganzen Abend ratschen. Schön wars.
11:00 Nach Besichtigung des Hostels (Preis auf die Hälfte runterverhandelt da die Farbe an der Wand noch FRISCH war) und einem leckeren McD-Frühstück (sorry) dann das erste Bier im Augustiner Brauhaus in der Kaufinger Straße (Einkaufsmeile Innenstadt). Ist ne okaye Alternative wenn das Hofbräuhaus wieder überfüllt ist.
11:20 Ein Augustiner für die Fahrt zum Stadion gibts immer im Kiosk unterm Marienplatz. 1,50 der halbe Liter – was willste machen…
14:35 Bierdusche in der Allianzarena. Immerhin gabs da „Lightbier“ mit ca. 3%. Ich fands ok, gibts sonst auswärts für uns sonst doch nur alkoholfrei (aus Gründen leider…).
19:00 Augustiner in der Kaufinger Str.
21:30 Augustiner Helles in einer WG am Tierpark. Dazu gabs selbstgemachte Käsespätzle vom allgäuer Hausherrn. Ein Genuss das alles!
01:30 Ankunft Sonnenstraße. Mittlerweile das Zentrum für gute Bars und Clubs in München. Wers rockig mag kann erst auf Konzerte im 59:1 gehen, danach Electro-Clubben in der Roten Sonne oder im Harry Klein. Da ich eigentlich den Rostocker Pöbel sehen wollte bin ich erst mal Richtung Milchbar gegangen. Ein sehr, sehr übler Abschleppschuppen mit 70% Kerlen. Frauen die reinkommen werden innerhalb von wenigen Augenblicken angebaggert – und meist dann auch mit nach Hause genommen. Zum Glück war die Schlange so lang, dass ich lieber ins danebenliegende Cord gegangen bin. Ein schöner kleiner Club mit 70er Jahre Atmosphäre, viel künstlichem Nebel, okayen Preisen und immer wieder unglaublich guter Musik. Da ist auch der Fyler her, den ich unbedingt als Andenken mitnehmen musste. Um
05:00 war dann Schicht im Schacht. In der Milchbar war keiner mehr von meinen Leuten und am Pimpernel (am Anfang der Müllerstraße Richtung Glockenbach) wurde niemand mehr reingelassen. Der Laden is berühmt für seine AfterHours, in denen die Jungs vom Land regelmäßig von Transvestiten abgeschleppt werden. Also hab ich fix meine Klamotten ausm Hostel geholt und hab den ersten Zug nach Düdo genommen. NO PARTY WITH ED HARDY!

Reclaim your city!

Die Redaktion von plakatierenverboten, nicht nur Magazin für realantifaschistische Stadtverschönerung, sondern auch Fachzeitschrift für OrdentlichFsmaulMusike, freut sich mal wieder eine neue Band abfeiern zu können. Erstmals gesehen und gehört im November in Oberhausen, als Vorband von Findus und Herrenmagazin, war ich noch gar nicht so begeistert, aber schon leicht angefixt. Dieser deutschsprachige Screamo, den ich bisher vor allem durch Escapado kannte, brauchte etwas, um mich auch abzuholen. Frau Potz haben es nun aber geschafft! Nach dem schicken Video zu „Ach, Heiner“ musste ich mir dann aber auch das Album „lehnt dankend ab“ besorgen und das kam gestern bei mir an. Und es ist ein ordentliches Brett. Der Einstig mit eben diesem Ach, Heiner verspricht viel und hält alles. 12 Songs (Anspieltipp: Skelbe), die zwar laut aber auch hörbar sind, lassen keinen Zweifel an der Wut und dem Herzblut von Sänger Felix, den ich auch beim Findus-Konzert im Bonner Bla im Dezember kurz sprechen konnte. Grundsympathische Typen mit ordentlich Eiern und einem Postpunk (lt. Felix) der einem schön das Hirn durchpustet. Für mich ist das Ding jetzt schon das Debut des Jahres und nach Findus nun schon die zweite Knallerband der Delikatess-Tonträger. Leider kommen mein Kalender und die Tourdates erst mal nicht so richtig zusammen. Aber vielleicht wird das im Herbst wieder was. Würde mich sehr freuen. In diesem Sinne:

        Fang endlich an zu leben, fang endlich an zu fühlen.
Hör auf, alles zu steuern und tot zu bilanzieren.

Reclaim your city!

Ich bin gerade etwas müde. Aus welchen Gründen auch immer hat das Wochenende in BaWü wieder ziemlich geschlaucht. Am Samtag wurde am Neckar angegrillt und nach diversen Runden Fifa12 ging es dann mit einigen sehr sympathischen Menschen ins Zimmer. Dabei musz ich sagen, dasz das Zimmer bisher der einzige Laden in Mannheim ist der mir wirklich gefällt. Das liegt sicherlich auch daran, dasz der Kumpel, den ich dort ein bis zwei Mal im Jahr besuche, einen etwas anderen Musikgeschmack hat als ich und wir deswegen oft in irgendwelchen Groszraumdissen landen. Im Zimmer hat es mir aber auch dieses Mal gefallen. Bemerkenswert finde ich dabei vor allem das Zitat von Warhol, welches über der Treppe Richtung Tanzfläche (ausgesprochen: „Dänze“) hängt. Ich habe nämlich schon oft darüber nachgedacht, wie die vielen Kids heute funktionieren. Irgendwie ist dieses „Ein Mal berühmt sein“ in den letzten Jahren sehr in die Clubkultur eingezogen. Da gibt es dann Abholservices, bei denen man sich von Limousinen oder Hummern zum Club fahren lassen kann. Da angekommen darf man dann über den roten Teppich gehen, an dem man mit einem Paszwort schneller dran vorbei kommt. Im Club ist man dann ganz toll, wenn man ein Séparée hat um auf den Pöbel zu glotzen – und selbst vom Pöbel beglotzt zu werden. Sicherlich ist das etwas übertrieben dargestellt. Erst recht, da ich fast nie in die entsprechenden Etablissements gehe. Trotzdem ist mir das vor ein paar Jahren noch nicht so aufgefallen wie zur Zeit. Daher ergibt das Zitat an entsprechender Stelle ziemlich Sinn.  Ob der Clubbetreiber das auch in dem kritischen Sinn, wie ich Warhol interpretiere, verstanden hat weisz ich nicht, hoffe es aber sehr. Das würde den Laden noch mehr aufwerten.

Reclaim your city!

 

 

Düsseldorf ist nicht nur, wie ich schon so oft geschrieben habe, rot-weiß, sondern zur Zeit auch gelb. Ihr seht hier nicht weniger als den gelbsten und häufigsten Sticker Düsseldorfs. Das MMM (MightyMammutMovement) bzw. ihr Sticker hängt wirklich überall. Man kann an keiner Straßenecke vorbei, ohne nicht irgendwelche gelben Aufkleber zu sehen. Das finde ich aber gar nicht mal schlimm. Denn der Sticker ist, zur Abwechslung für solch jungen Bands, wirklich verdammt gut designt. Auszerdem gibt’s davon auch nur eine Variante, die auch auf der Homepage, Facebook (Vorsicht! Link führt zu Facebook!) usw. genutzt wird. Der Wiedererkennungswert ist also extrem hoch.

Der Eine oder die Andere mag nun aber überrascht sein, bin ich doch für meine Abneigung zu Reggae bekannt. ABER: die Jungs machen das echt gut. Für so ne kleine Nachwuchskapelle ist auf der Bühne ordentlich was los und die Songs sind gut arrangiert. Auch ist das Ganze gerne mal Skalastiger und es wird viel und gut gerappt, was mir eher entgegen kommt. Auszerdem haben die ein gar nicht mal so schlechtes Video am Fürstenplatz gedreht. Und ey: der Sticker is cool!

Update: Laut Facebook wurden 10.000 Sticker nachbestellt. Ich hoffe das Internet lügt nicht!

Reclaim your city!

NERVT!

17/02/2012

Grandioser Sticker! Sollte man immer und überall dabei haben. Gibt immer was, auf das Mensch es drauf hauen kann. Ist zwar bestimmt von Deichkind (ja, das neue Album wuppt ganz ordentlich) aber das macht ja nichts. Im Gegenteil: Gut bleibt gut. Hier nervt übrigens die Videoüberwachung an der Deutschen Oper am Rhein. Ganz in der Nähe der Altstadt und ca. einer Stunde vor der Acta-Demo gefunden. War einiges los. Nicht schlecht.

Reclaim your city!

Nur ganz kurz bevor es hier wieder ewig dauert: toller Sticker! Gefunden im Molotow zu Hamburg – sehr schön da! Mehr von der Herzette herzlichst zu empfehlen sowie hier und hier zu finden!

Reclaim your city!

Wer mich privat kennt, oder hier öfter liest, weiß ja, dass ich für mein Leben gerne auf Konzerte gehe. Es ist mir einfach jedes Mal wieder ein inneres Blumenpflücken neue Bands zu entdecken und tolle Musik mit nach Hause zu nehmen. Klar sieht man dabei sehr viel Schrott, manchmal entdeckt man aber auch echte Perlen. Eine dieser Perlen sind Findus aus Hamburg, die ich irgendwie über Herrenmagazin gefunden und gesehen habe. Das Besondere an der Band erkennt man vor allem live. Sehr, sehr selten habe ich so gute Bands gesehen, die so viel extrem gute Laune und Spaß am Spielen haben. Also unbedingt anhören und mit Anfang vs. Ende anfangen. Und als wenn die tollen Texte und die ins Mark stechende Musik nicht reichen würden, packen die Jungs auf ihre Sticker und Plakate auch noch das Kein Mensch ist illegal Logo. Daneben sieht man dann meist das Logo der Plattenfirma Delikatess Tonträger, welches durch die Silhouetten natürlich ebenfalls meine gesamte Sympathie erfährt. Wie ihr merkt wird hier also sehr viel richtig gemacht. Von Anfang bis Ende.

Reclaim your city!

Diesen Sticker muss ich jetzt aus vielerlei Gründen posten. a) habe ich den bei meinem letzten Hamburg-Besuch zum Dockville gefunden. Das war ein sehr schönes Wochenende mit viel guter Musik und vielen Überraschungen. b) bin ich Freitag wieder in Hamburg und hoffe wieder auf Überraschungen. c) wollte ich den schon vor zwei oder drei Wochen posten, aber dann ist mein Laptop abgekackt und musste für teures Geld repariert werden – mehr als unschön.

d) Die Piratenpartei. Vor ein paar Jahren fand ich die Piraten gar nicht so schlecht. Das war mal was anderes und mit ihren Aktionen gegen die Vorratsdatenspeicherung (Stichwort: Schäuble und Stasi2.0) hatten sie meine Sympathien auf ihrer Seite. Dann aber habe ich mich mal mit deren Programm auseinander gesetzt und schon früh erkannt, dass die unwählbar sind. Das liegt vor allem an der Einstellung zum Urheberrecht und -Schutz. Was da unter „nicht-kommerzieller Vervielfältigung“ geschrieben steht ist definitiv der Beginn der Aberkennung aller Rechte des Urhebers an seinem Werk. Ich bin alles andere ein Fan der Gema und der großen Plattenfirmen. Die machten und machen immer noch sehr viel falsch. Aber wer den Schutz des Künstlers durch das Urhebergesetz einschränken will, der ist für mich als Musiknerd absolut unwählbar. Die letzten Neuigkeiten, nach dem Senatseinzug in Berlin geben mir ebenfalls recht. Die ehemaligen NPDler bei den Piraten werden zu einfach hingenommen. Ich habe kein Problem damit, wenn jemand aus der NPD austritt, seine Fehler zugibt und sich ändert. Ich habe aber ein großes Problem damit, wenn genau dies nicht stattfindet und von der Partei geduldet wird, als wäre es eine Jugendsünde. Dieses Verhalten lässt einfach einen sensiblen Umgang, Verantwortung gegenüber Jungwählern, und jedwede antifaschistische Haltung vermissen. Daher keine Stimme den Piraten!

Reclaim your city!

Heute Vormittag habe ich an der Unibibliothek in Essen tatsächlich noch diesen ziemlich guten Sticker gefunden. Der Hype ist zwar eigentlich vorbei da das Album mittlerweile draußen ist, trotzdem freue ich mich gerade ein bisschen das Ding doch noch besprechen zu dürfen. Denn zugegebener Maßen habe ich mir das bestimmt drei Monate angetan, diesen Hype um das neue Album „XOXO“ von Casper und hatte die Scheibe tatsächlich auch vorbestellt. Nicht weniger als die Rettung des deutschen HipHop sollte es sein und da war ich natürlich neugierig zu hören was der Junge so kann. Einige Wochen nach Veröffentlichung gibt es nun eine positive und eine negative Nachricht. Positiv: Das Album hat nicht zu viel versprochen und ist tatsächlich grandios und auch zu Recht auf Eins in die, eigentlich ja nichtssagenden, Charts eingestiegen. Vor allem die Features mit Thees und Mareria sind unglaublich gut. Ich war aber auch sehr beeindruckt wie die Songs nacheinander einfach so Sinn machen. Mittlerweile stehen ja doch ein paar CDs in meinem Plattenschrank, aber nur wenige sind so aus einem Guss wie XOXO. Von daher also für das Album von mir eine glatte 9,5/10 – es ist HipHop, mit Thees und Marten zwar, aber HipHop – mehr geht nicht.

Dementsprechend neugierig war ich auch auf das Live-Erlebnis. Der gute Ben kommt ja immerhin aus der Hardcore-Ecke und sollte dementsprechend rocken. Da das Searock-Festival aufgrund von viel Wasser von oben leider ausgefallen ist, bin ich dann kurzentschlossen noch zum Dockville nach Hamburg gedüst, welches kurzerhand in Mudville umbenannt wurde (aus Gründen!). Aber zum Thema Negativ: Live ist Casper leider nicht mal halb so gut wie XOXO und hat mich null geschockt. Sehr, sehr platte Ansagen, hauptsächlich Songs vom ersten Album, welches anscheinend nicht halb so erfolgreich war (ebenfalls aus Gründen!), und insgesamt nur wenig echte Energie die da rüber kam. Das hat den Hype für mich auf jeden Fall auf ein normales Niveau runtergeholt und ist auch Grund dafür, dass ich mir die Tour im Herbst nicht geben werde – lieber sitze ich zu Hause und hör das Album, das bringt mehr. Dann allerdings auf Repeat den ganzen Abend!

Reclaim your city!

Antifa Hooligans

14/08/2011

Ich gebe gerne zu, dass ich mit diesem Gewaltding (gegen Personen) in der Antifa alles andere als sympathisiere. Aber dieser Sticker, der in Susannenstraße auf der Schanze hängt, ist trotz Schlagring und schwarz-weiß-roter Hakenkreuzästhetik einfach ein richtiger Hingucker. Kann aber auch an dem Ohrwurm liegen, den ich automatisch bei dem Anblick bekomme…

Come on! Reclaim your city!