Antifasist Istanbul

04/06/2013

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Und schon sind 5 Tage Istanbul vorbei. Was für eine großartige, kontrastreiche, lebendige Stadt. Auch wenn ich hauptsächlich nur klassisch touristisch unterwegs war, war es trotzdem ein Erlebnis.

Aufm Taksim sitzen und langsam das Tränengas riechen welches durch den Wind die Istiklal raufgeweht wurde… hat man nicht so oft. Ok, es war ein paar Tage bevor die richtigen Riots starteten… also die Ruhe vor dem Sturm quasi.

Stickertechnisch gab es nicht viel zu sehen. Weder vom Fußball noch von Musik. Dafür aber einiges an ganz cooler Streetart und immer wieder diesen wunderschönen Antifasist Istanbul Sticker. Richtig so.

Reclaim your city!

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a cab

19/05/2013

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Nicht mehr und nicht weniger. Only a cab.

Reclaim your city!

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Nach der Auflösung der ACU haben nun auch die FortunaUltras bekannt gegeben, eine längere Pause einlegen zu müssen. Beide Fälle basieren auf Machtrangeleien mit reaktionären, rechten Hoolgruppen. Lieber DFB, liebe DFL, unterstützt die linken Ultragruppen jetzt. Ansonsten wird das richtige Gewaltproplem erst noch auf euch zu kommen!

Antifa Module

18/12/2012

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Regelmäßige Leser kennen mein Faible für die Düsseldorfer Freiraum-Bewegung, einem Zusammenschluss der Düsseldorfer Szene für fairere Mietpreise, Freiräume usw. Da der bürgerliche Dialog mit den Düsseldorfer Entscheidungsträgern nicht gefruchtet hat, und die ReclaimYourCity-Nachttanzdemo sogar im Verfassungsschutzbericht NRW (sic!) landete, geht die Bewegung nun in den Untergrund. Das erklärende Video inkl. „offenem Brief“ gibt es derzeit auf freiraum-bewegung.de zu sehen. Ich bin mehr als gespannt wie die nächsten Aktionen aussehen werden. Hier wird selbstverständlich weiter berichtet.

Reclaim your city!

Uiuiui, was war das den bitte für ein genialer Urlaub? Die eine Woche Warschau war schon sehr eindrücklich, aber 2,5 Wochen Balkan haben Warschau um einiges getoppt. Ich gebe zu: so richtig habe ich die Eindrücke noch nicht verarbeitet. Wir haben einfach zu viel gesehen, gemacht, getan und erlebt. Mit am beeindruckensten war sicherlich Mostar, die kleine bosnische Stadt in der dieses Foto entstanden ist. Mostar war Frontstadt und die alte Brücke, vor allem ein Symbol des Zusammenlebens von Christentum und Islam, wurde Anfang der 90er von den Kroaten zerbombt. Auch heute sieht man überall Ruinen und Einschusslöcher, ausgebombte Häuser und längst vergessene Einkaufszentren. Kleine Anekdote: in Mostar gibt es eine „gemischte“ Schule, die wohl einzigartig für die Region ist. Denn im Erdgeschoss lernen die kroatischen, im Obergeschoss die bosniakischen Schüler. Das nenn ich doch mal Integration… Allerdings war Mostar in zwei Wochen Balkan auch die einzige Stadt mit eindeutig und ausschließlicher antifaschistischer StreetArt. Highlight war sicherlich auch der „NEVER FORGET SREBRENICA“-Sticker, den ihr auf meiner Instagram-Seite sehen könnt. Diese Kippenschachtel ist in jedem Fall auch ein Hingucker. Und wer nicht selbst den Übersetzer anwerfen will: 09.05. – Tag des Sieges über den Faschismus!

Reclaim your city!

Etwas politisches über ein Land zu schreiben, in dem man a) selbst nicht jeden Tag die Nachrichten und Entwicklungen verfolgt und b) dazu auch in deutschen Medien nur selten etwas hört, ist natürlich äußerst schwierig. Was ich z.B. hier mitbekommen habe ist natürlich das NIE DLA ACTA (#1) Polens, was ich sehr sympathisch finde.

Was ich auf der Straße gefunden habe, war aber meist nicht so nett. Wie ich schon schrieb findet man überall gesprayte Keltenkreuze (#2, keine Ahnung was es mit dem Ruth made in Zion auf sich hat, weiß jemand was?) und ganz generell wird gerne mal was gehängt. Mit dem A (#3) und dem Davidstern (#8) als Gehängte zeigt sich auch hier eine klar rechte, und teilweise klare antisemitische Haltung. Diesbezüglich hatte ich auch ein kurzes Gespräch mit einem Mitarbeiter des Jüdischen Historischen Instituts. Auf meine Frage, ob denn der Antisemitismus in Polen bzw. auch anderen osteuropäischen Staaten wirklich noch so viel stärker ausgeprägt ist als in Deutschland bekam ich eine einleuchtende Antwort. Wie mir gesagt wurde sind „die Polen“ nicht antisemitischer als „die Deutschen“, sie sprechen ihren Antisemitismus lediglich klarer aus; die political correctness ist einfach nicht gelernt. Das kommt durch eine anscheinend anders verstandene Freiheit, die in Polen nicht als Freiheit von etwas, sondern für etwas gedeutet wird. Sehr spannend die Sache.

Neben dem ganzen rechten Kram gab es dann zum Glück aber auch ganz schöne linke Streetart wie das pinke „Just be gay“-Stencil (#4) und dann natürlich vor allem der Antifa-Joker #9, den ich direkt als meinen Warschauer Lieblingssticker gekürt habe. Eindeutig zu recht wie ich finde!

Was ich jetzt nicht in die Galerie gepackt habe, vor allem weil ich es vergessen habe, ist das „Logo“ des Warschauer Ghetto-Aufstandes, welches oft in der Nähe der entsprechenden Gedenkstätten gesprayt wurde und auch das Museum des Ghetto-Aufstandes ziert. Das werde ich dann mal in einem eigenen Post vorstellen. Lohnt sich nämlich.
Dazu aber vielleicht noch die kleine Anmerkung, dass ich mich nach dem Besuch des Museums direkt alleine auf den Weg gemacht habe zum Willy-Brandt-Platz bzw. dem Denkmal der Opfer des Warschauer Ghettos, an dem Willy Brandt sich 1970 spontan hingekniet hat. Das Denkmal und der Platz sind zwar jetzt nicht so super gelegen oder gepflegt, trotzdem war ich tatsächlich auf den letzten Metern durch den kleinen Park sehr ergriffen und hatte richtig Gänsehaut. Neben dem Denkmal entsteht derzeit das Museum der Juden in Polen, welches bereits 2009 hätte fertiggestellt sein sollen. Derzeit ist wohl auch die Eröffnung 2013 nicht so realistisch…

Reclaim your city!

01573-6252709 – Die Nummer gegen Kummen. Naja, nicht so ganz. Denn wer glaubt, dass nach einer Meldung auf einmal Horden von BlackBlockAntifas durch die Viertel Streifen um für „Ordnung“ zu sorgen ist natürlich falsch gewickelt. Hier wird einfach dokumentiert und recherchiert um für eventuelle Aktionen gerüstet zu sein. Ob die Mädels und Jungs auch diesen Block lesen? Wäre ja nicht verkehrt…

Reclaim your city!

Kommen wir wieder zurück zur Kernkompetenz dieses manchmal eingedösten Blogs: dem Sticker! In diesem Fall sogar dem politischen Sticker. Ich glaube kaum, dass es hier zwei Meinungen gibt: dieser Sticker ist absolut gelungen. Von der Idee (pink, moustache), über die Botschaft (catchy) bis hin zur Umsetzung stimmt einfach alles. Daher ein großes Lob an die Macher von dieser Stelle!

Reclaim your city!

 

Wie versprochen sollt ihr auch einige Eindrücke vom „Museum Warschauer Aufstand bekommen“. Zuerst war ich etwas genervt, dass es das Museum nicht in das offizielle Programm der Tour geschafft hat. Aber schon am Abend der Ankunft haben sich ein paar Leute darüber unterhalten und recht schnell haben wir uns auf einen Besuch während der „Freizeit“ geeinigt. Sehr gut!

Das Museum liegt etwas außerhalb der Innenstadt, ist aber per Straßenbahn trotzdem easy zu erreichen. Die Haltestelle trägt auch den Namen des Museums und das Logo des Powstania Warszawskiego (#8) ist auch von Weitem schon gut zu erkennen und auch oft in den Straßen der Stadt zu finden.

Und dann gab es richtig viel zu sehen. Anhand von knapp 50 einzelnen Themenbereichen wird man durch die Ausstellung geführt. Da erst 2004 eröffnet ist alles modern mit Videos, Texten, Artefakten usw usf aufgearbeitet. Sehr erschreckend fand ich die „Videokästen“. Das sind Kästen, in die man ab einer Körpergröße von ca. 1,50m reinschauen kann und in denen wirklich krasse Originalbilder aus dem Ghettoalltag gezeigt werden. In deutschen Dokus, Museen usw. habe ich solche Bilder expliziter Gewalt noch nicht gesehen; wirklich nichts für schwache Nerven.

Und so hangelt man sich dann entlang vieler kleiner Notizen und Ehrbekundungen für die Helden des Widerstands, bis man ca. zur Hälfte der Tour in einer großen Halle einen Originalbomber (#6) ausgestellt sieht. Und hier wird es dann unübersichtlich, da die Führung durch die Hausnummern irgendwie den roten Faden verliert. Hinter den großen Porträtfotos kann man aber erstmal etwas sitzen und sich einen 30minütigen Film ansehen. Dort befindet sich dann auch der Eingang in den Keller-Themenbereich „Die deutschen in Warschau“ (#4) wo dann die Täter vorgestellt werden. Schaut mal auf Foto #3. Den jungen Mann, seines Zeichens Museumsmitarbeiter, habe ich auch genau dort fotografieren können.

Im Außenbereich des Museums befinden sich dann noch diverse Denkmäler sowie eine lange Wand (ca. 50m lang, 2,5m hoch) aus Granit mit den Namen der Opfer sowie auch ein kleiner Steingarten mit Grafitti-Gemälden (#9) zum Thema.

Fazit: Der Besuch des Museums sollte in jedem Fall Pflicht für alle Warschaubesuche sein. Es gibt einfach eine Unmenge an Material welches gezeigt wird und man in Deutschland nie sehen wird. Allerdings wird es nach gut 3h auch etwas unübersichtlich. Helfen kann es da sicherlich, wenn man den Besuch auf den späten Nachmittag, nachdem die Schulklassen durchgeschleust wurden, legt. Ebenfalls etwas negativ: personal welches die eine oder andere Frage beantworten kann ist leider auch schwer zu finden oder spricht, wie viele andere in Warschau, nur gebrochen Englisch. Trotzdem hingehen! Der Eintritt kostet 10PLN, also ca. 2,50€. Keine Ausreden.

Reclaim your city!